Brandenburgfest

 

Juni A. D. 2018  Im ehem. Grenzland zwischen Thüringen und Hessen steht unweit von Lauchröden die Brandburg, oder zumindest, was über die Jahrhunderte noch davon übrig ist. Eine wirklich beeindruckende Kulisse für ein histroisches Fest, welches durch den Werratalverein – Zwiegverein Brandenburg alle 2 Jahre veranstaltet wird. Im nach hinein erinnere ich mich an den doch recht aufgebracht geschriebenen Leserbrief aus der Augustausgabe vom Karfunkel 2016. Hier gab es mehrfach Klage über den Umgang mit gewandeten Besuchern.

 

Nun gut, wieder zum Anfang. Die Stätte für unser Blechross war gut zu finden und auch nicht all zu weit unterhalb der Ruinen zu finden. Nach Entrichten des Wegzolls stutzen wir etwas. Nach nochmaligem Vergewissern war klar, nixe Ermäßigung oder Rabatt für gescheit Gewandete. Messer oder ähnliches war auch nicht gewünscht. Etwas später war uns klar, warum. Auf dem großen Wiesenareal war eine schier zahlreiche Anzahl an Feldlagern mit wirklich guter Ausstattung an Gewandung und autentischem Lagerleben anzutreffen.

 

Zunächst ließen wir beide uns vom Treiben mitnehmen und blieben des Öfteren bei den Handwerkern zum Schauen und Plaudern oder zum Mitmachen hängen. Entlang der Marktwiese wechselten sich Händler, z.T. auch international, mit den Buden der Mundschänke und Garbräter ab. Aber wir waren ja nicht zum Essen gekommen, sondern wollten uns noch vor dem Turnier die Burg ansehen. Eine beachtliche Ruine welche ja später noch belagert werden sollte. Vom Bergfried aus konnten wir eine schöne Aussicht über das Marktgeschehen genießen. Ein musealer Bereich war ebenfalls im Turm etabliert.  

 

Am frühen Nachmittag wurde, wieder mit tollem Hintergrund, auf dem Turnierplatz ein ritterlich Turnier im Stil des 13. Jahrhunderts aufgezeigt. Die Reiter, in internationaler Besetzung, maßen ihr Geschick und Kraft im Lanzengestech und Schwertkampf. Die Darstellung der anwesenden hohen Leute war ebenfalls authentisch umgesetzt. Musikalisch wurde das Ganze von „Spellbound“ aus Gotha und „Blast from the past“ aus Eng(e)land untermalt. Ein ums andere Mal sorgte der Herold „Radolf von Duringen“ mit einem lachsen Spruch für Begeisterung unter den vielen Besuchern.

 

Anschließend spielten auf der zweiseitigen Bühne noch „Gugelhupf“ zum Tanze auf. Auch war an die Kinder gedacht worden. Sei es auf dem handgetriebenen Karussell, auf dem Rücken der Esel, beim Axtwerfen, Bogen schießen oder beim Puppentheater. Nach einer dringenden Stärkung im Burghof machten wir uns zunächst auf zu den Lagerleuten um dann einen Platz entlang des Burggrabens zu ergattern. Den Gedanken hatten leider auch alle anderen. Nun konnte es mit der Burgbelagerung und Erstürmung losgehen. Der Trebuchet war, wie wir, gespannt und ratzfatz wurde ein 30kg-Lehmgeschoss auf die Verteidiger losgeschleudert. Der 2. Abwurf klatschte dann auch gepflegt an die Burgmauer. Pfeile prasselten auf beiden Seiten hernieder. Der weitere Angriff geriet Aufgrund der trockenen Grasverhältnisse zunächst ins Rutschen. Sturmleitern wurden herbei geschafft und jeder der Hundertschaft gab Alles, als gäbe es kein Morgen. Und das bei 30°C. Wohl dem, der wieder oben angekommen war, und, als nicht wohlgemeinte Begrüßung, ein paar Eimer Wasser über den Pelz bekam.

 

Ich kann da nur den Hut ziehen, vor so viel Einsatz.

 

Noch ehe das Fest mit einem Abendspektakel und einer Reitschauvorführung endete, mussten wir uns auf den Heimweg machen.

 

 

Fazit: sehr schönes Fest mit historischer Kulisse

 

         Parken gut organisiert

 

         leider keine Gewandetenwürdigung

 

         Gastroareal etwas zu geballt (Bereich Marktwiese)

 

         „hochwertiges“ Handwerkertum

 

          gern kommen wir 2020 wieder

 

 

 

R.

 

        

 

 

 

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